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Tonga

Tonga

Aufstand gegen den Feudalherrn

erstellt 17.11.06, 11:32h, aktualisiert 25.11.10, 09:23h
WELLINGTON/DPA. Bei einem Aufstand gegen einen der letzten Feudalherrscher der Welt im Südsee-Inselstaat Tonga sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Die wütende Menschenmenge, die am Donnerstag nach lange ignorierten Demokratieforderungen randaliert hatte, legte nach Berichten der Internetseite Tonga-Now weite Teile der Hauptstadt Nukualofa in Schutt und Asche. Australien und Neuseeland stellten am Freitag als nächste Nachbarstaaten Truppen bereit, um die Ordnung in dem Inselreich wiederherzustellen. Ein formelles Hilfegesuch stellte Tonga jedoch zunächst nicht.

Die Lage war nach Berichten von Reportern auf Tonga am Freitag ruhig, nachdem König Taufa'ahau Tupou einen vierwöchigen Ausnahmezustand verhängt hatte. Damit sind Demonstrationen verboten. Der König habe vor den Forderungen der Menschen kapituliert, sagte der bekannteste Kämpfer für die Demokratie auf Tonga, Akilisi Pohiva, in einem Interview mit Radio Neuseeland. Er sei allerdings zu spät eingeschritten, um die Unruhen noch zu stoppen.

Der wütende Mob hatte am Donnerstag zahlreiche Regierungsgebäude gestürmt und Firmen geplündert, die der in Luxus lebenden Königsfamilie gehören. Der Rest des Landes ist bitterarm. Die Unruhen entwickelten sich aus zunächst friedlichen Demonstrationen mit der Forderung nach mehr Demokratie. Das weitgehend vom König bestimmte Parlament machte angesichts der Gewalt schließlich eine Kehrtwende. Es versprach Wahlen in zwei Jahren, bei denen die Mehrheit der Abgeordneten vom Volk bestimmt werden können. Bislang werden 21 der 30 Abgeordneten vom König und anderen Feudalfamilien bestimmt.

Mehrere hundert Passagiere, die in dem Reich mit 170 Palmeninseln in der Südsee Urlaub machen wollten, strandeten in Neuseeland. Die Fluggesellschaften Air New Zealand and Polynesian Airlines strichen alle Flüge.


Mit freundlichen Grüßen

Sigurd A. Röber - siroPrint

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